„Corona-Novemberhilfen“ und Überbrückungshilfen

„Corona-Novemberhilfen“ für Solo-Selbständige ohne laufende Betriebskosten

Solo-Selbständige, die von den Corona-Beschränkungen direkt oder indirekt betroffen sind und keine im wesentlichen, laufenden Betriebskosten haben, können eine einmalige pauschale Betriebskostenerstattung beantragen. Dadurch sollen die Betriebskosten für die nächsten sechs Monate abgegolten werden. Eine Verwendung für die privaten Lebenshaltungskosten ist dabei unschädlich. Der Antrag kann von den Solo-Selbständigen direkt gestellt werden. Alternativ biete ich als kostenpflichtige Dienstleistung an, dies für Sie zu übernehmen. Laufende Betriebskosten sind beispielsweise Ladenmiete, Leasingrate, Telefon, etc.


Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Die Liste der Voraussetzungen ist lang und muss im Einzelnen geprüft werden. Die wichtigste Voraussetzung ist die nachweislich direkte oder indirekte Betroffenheit durch die Corona-Einschränkungen, wie z.B. Schließungen, Veranstaltungsverbote, etc. Die Betroffenheit wird neben einer kausalen Begründung auch davon abhängig gemacht, ob 80 % der regelmäßigen Umsätze durch die Corona-Beschränkungen betroffen sind, also letztlich wegfallen. Indirekt betroffen sind diejenigen, die 80 % wiederum ihrer regelmäßigen Umsätze von Unternehmen/Anstalten erzielen, die von den Corona-Beschränkungen direkt betroffen sind, wie z.B. ein selbständiger Tontechniker, der für Theaterhäuser engagiert ist.
Ferner muss ein Solo-Selbständiger seine Tätigkeit im Haupterwerb leisten. Ein Solo-Selbständiger leistet im Sinne der Antragsvoraussetzungen seine Tätigkeit im Haupterwerb, wenn die steuerliche Summe der Einkünfte mindestens zu 51 % auf die gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit entfällt.


Wie hoch sind die Fördersummen?

Die konkrete Förderhöhe beträgt 75 % des Vergleichsumsatzes. Vergleichsumsatz ist in der Regel der Umsatz aus dem November 2019. Solo-Selbständige haben jedoch ein Wahlrecht und können stattdessen den durchschnittlichen Monatsumsatz aus den gesamten Umsätzen des Jahres 2019 als Vergleichsumsatz heranziehen. Bei Solo-Selbständigen ohne laufende Betriebskosten ist die Förderhöhe mit bis zu 5.000,00 € als pauschale Betriebskostenerstattung gedeckelt.


Wie kann der Antrag gestellt werden?

Die Antragstellung erfolgt über https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/ . Solo-Selbständige, die bisher keine Überbrückungshilfe beantragt haben (damit sind jedoch nicht die Corona-Soforthilfen aus dem März gemeint), können den Antrag direkt mittels ELSTER-Zertifikat stellen. Alternativ können Sie mich dafür ansprechen. In allen anderen Fällen bedarf es der Antragstellung durch einen sogenannten „prüfenden Dritten“. Damit sind Rechtsanwälte, Steuerberater, vereidigte Buchprüfer und Wirtschaftsprüfer gemeint.


„Corona-Novemberhilfen“ für andere Unternehmer

Unternehmer, die laufende Betriebskosten haben und von den Corona-Maßnahmen betroffen sind, können eine Betriebskostenerstattung beantragen. Hierbei hat die Bundesregierung in erster Linie Orte wie zum Beispiel Restaurants, Kinos, Theater, Yoga-Studios, etc. im Blick gehabt, also Orte, die von den Schließungen im November betroffen sind. Die Voraussetzungen sind prinzipiell die Selben wie für Solo-Selbständige ohne laufende Betriebskosten (siehe Zif. 1). Jedoch entfällt die Wahlmöglichkeit den Vergleichsumsatz als Monatsdurchschnitt vom Vorjahr heran zu ziehen. Andererseits brauchen Unternehmer mit Beschäftigten ihre Tätigkeit nicht im Haupterwerb zu leisten. Die Förderhöhe ist nicht auf die 5.000,00 € gedeckelt. Dafür ist jedoch ihre Verwendung für private Lebenshaltungskosten verboten. Die Antragstellung kann nur über prüfende Dritte stattfinden. Sofern Sie den Antrag stellen möchten, können Sie mich hierfür gerne ansprechen.


Überbrückungshilfen des Bundes

Die Überbrückungshilfen des Bundes laufen bereits Juni. Mittlerweile hat der Bund das zweite Überbrückungshilfe-Programm aufgelegt. Sie ist in erster Linie für die Unternehmer gedacht, die entweder von dauerhaften Schließungen betroffen sind (z.B. Konzertveranstalter, Messefirmen, etc.) oder welche, die zwar ihren Betrieb nicht schließen mussten, jedoch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie dennoch wirtschaftlich erheblich betroffen sind. Als erheblich betroffen gilt, wer in den Monaten April bis August 2020 Umsatzeinbrüche von mehr als 30 % bzw. 50 % im Vergleich zum Vergleichszeitraum erlitten hat. Diese Unternehmer werden, bei Erfüllung weiterer nachrangiger Voraussetzungen, mit bis zu 90 % ihrer laufenden Betriebskosten gefördert. Der Kreis der Antragsberechtigten ist auf kleine und mittelständische Betriebe begrenzt.


Abschließendes

Alle Informationen zu den oben genannten Punkten finden Sie auf der Seite des Bundes https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Die hier genannten Informationen stellen nur einen Auszug der wichtigsten Elemente dar und sind nicht abschließend. Erfordert die Antragstellung einen prüfenden Dritten, erfolgt meinerseits eine Vermittlung an eine solche Stelle.